Selbstliebe - Selbstachtung

"Je mehr ich inneren Halt habe, desto weniger brauche ich äußere Grenzen"





Was ist eigentlich mit Selbstliebe gemeint? Selbstliebe bedeutet eigentlich nichts anderes als Selbstachtung – mit anderen Worten also: auf sich selbst achten. 

Wie oft hast du dir schon die Frage gestellt, was du machen müsstest, damit deine Freundin glücklich ist? Was du deinem Freund sagen musst, damit er zufrieden ist? Oder was du mit deiner besten Freundin unternehmen müsstest, damit du die Freundschaft pflegen kannst? 

Selbstachtung bedeutet, dass du anfängst diese Fragen an dich selbst zu richten: Was macht mich eigentlich so traurig? Was gefällt mir eigentlich besonders gut? Wovor habe ich Angst? Wann habe ich das letzte mal eigentlich mal meine Meinung geäußert, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen? 

All diese Fragen hören sich einfach an, erfordern jedoch ganz schön viel Mut und den Willen, nach innen zu schauen. 

 

Du verbringst am meisten Zeit mit dir selbst, deshalb solltest du dein Verhältnis zu dir selbst stärken, um es erfolgreich nach außen tragen zu können.

 

Pass gut auf dich auf. 

Konflikte in der Kennenlernphase

Rüya Dönmez




 "Aber meine Eltern würden es gerne anders haben."  

"Ich führe zur Zeit eine Beziehung und habe Schwierigkeiten dabei meine Wünsche mit denen meiner Eltern zu vereinbaren. Für mich sehen die Prozesse einer Beziehung anders im Vergleich zu den Vorstellungen meiner Eltern darüber, wie eine Beziehung tatsächlich geführt werden sollte. Ich bin etwas verzweifelt, kann meine Beziehung nicht genießen und frage mich, wie ich möglichst ohne Streitigkeiten diese Phase durchleben könnte." 


Konflikte in Phasen, in denen du lernst, wächst und Erfahrungen sammelst, gehören dazu. Diese Konflikte erlebst du mit dir selbst, mit deinen Freunden oder auch mit deiner Familie. 

Nun bist du in einer Beziehung und gehst auch somit den ersten Schritt zu einem Leben, unabhängig von deinen Eltern. Eltern haben oft den Gedanken "Du bist mein Kind, ich darf mitbestimmen.". 

Leider vergessen sie oftmals, dass das Mitbestimmen in Bezug auf bestimmte Entscheidungen seine Grenzen hat. Was bedeutet das? 

Das bedeutet, dass auch in einer Mutter-Kind oder Vater-Kind Beziehung bestimmte Grenzen eingehalten werden müssen. So wie es auch in einer partnerschaftlichen Beziehung der Fall sein müsste. 

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass du dir folgendes überlegen musst:


1. Welche Werte habe ich? Wie sieht meiner Meinung nach der Prozess einer Beziehung aus? Was ist erlaubt und was ist absolut gar nicht erlaubt? 

2. Was sind die Werte meiner Eltern? Wie sieht ihrer Meinung nach der Prozess einer Beziehung aus? Was ist erlaubt und was ist absolut gar nicht erlaubt?


Und anschließend kannst du dir darüber Gedanken machen: 


3. Welche Werte meiner Eltern möchte ich übernehmen? In welchen Themen haben wir gleiche/ähnliche Meinungen? Welche Werte möchte ich nicht übernehmen und welchen Werten stimme ich nicht zu? 



Wenn du dir Gedanken darüber gemacht hast bedeutet das im nächsten Schritt, dass du Schritt für Schritt versuchst deine eigenen Werte, mit denen deine Eltern möglicherweise nicht übereinstimmen, durchzusetzen und sie in dein Leben zu integrieren. Wie ich bereits schrieb gehören Konflikte dazu. Doch das Leiden ist einfach als eine Veränderung. Frage dich selbst ob du am Ende eher glücklich und zufrieden bist, wenn du dich an den Wünschen, Werten und Vorstellungen deiner Eltern orientierst oder dir hin und wieder mal das Recht nimmst etwas zu tun, womit deine Eltern nicht so glücklich wären. 


Außerdem möchte ich noch ergänzen, dass das Thema "sich von den Werten und Vorstellungen der Eltern abgrenzen" sehr komplex ist und noch viele weitere Aspekte beachtet werden müssten. Mit diesen Vorschlägen möchte ich dich darauf aufmerksam machen, dass das Beobachten und Hinterfragen deiner eigenen und der Werte deiner Elter einen wichtigen Prozess darstellen.



Bei weiteren Fragen stehe ich Dir gerne zur Verfügung, kontaktiere mich gerne. 



Rüya Dönmez

Die Geschichte vom Bleistift

Paulo Coelho

Der Junge sah zu, wie die Großmutter einen Brief schrieb. 
Irgendwann fragte er:

“Schreibst du eine Geschichte, die uns passiert ist? Ist es vielleicht sogar eine Geschichte über mich?”

 

Die Großmutter hielt inne, und mit einem Lächeln sagte sie zu ihrem Enkel: “Es stimmt, ich schreibe über dich. Aber wichtiger als die Worte ist der Bleistift, den ich benutze. Es wäre schön, du würdest so wie es, wenn du groß bist.”

Der Junge den Bleistift verwirrt an und konnte nichts Besonderes an ihm entdecken. “Aber er ist genau wie alle anderen Bleistifte!”

“Es kommt darauf an, wie du die Dinge betrachtest: Der Bleistift hat fünf Eigenschaften, und wenn du es schaffst, sie dir zu eigen zu machen, wirst du zu einem Menschen, der in Frieden auf der Welt lebt.

 

Die erste Eigenschaft

Du kannst große Dinge tun, solltest aber nie vergessen, dass es eine Hand gibt, die deine Schritte lenkt. Diese Hand nennen wir Gott, und er soll dich immer Seinem Willen entsprechend führen.

 

Die zweite Eigenschaft
Manchmal muss ich das Schreiben unterbrachen und den Anspitzer benutzen. Dadurch leidet der Stift ein wenig, aber hinterher ist er wieder spitz. Also lerne, hin und wieder Schmerzen zu ertragen, denn sie werden dich zu einem besseren Menschen machen.


Die dritte Eigenschaft
Damit wir Fehler ausmerzen können, ist der Bleistift mit einem Radiergummi ausgestattet, Du musst begreifen, dass Korrigieren nichts Schlechtes ist, sondern dringlich erforderlich ist, damit wir auf dem rechten Weg bleiben.


Die vierte Eigenschaft
Worauf es beim Bleistift ankommt, ist nicht das Holz oder seine äußere Form, sondern die Grafitmine, die in ihm steckt. Also achte immer auf das, was in dir vorgeht.

 

Schließlich die fünfte Eigenschaft des Bleistifts:
Er hinterlässt immer eine Spur. Auch du musst wissen, das alles, was du im Leben tust, Spuren hinterlässt, und daher solltest du versuchen, das, was du gerade tust, ganz bewusst zu machen."

Was könnte uns diese Geschichte lehren?


Über die erste Eigenschaft

Wir müssen also etwas tun, um etwas erreichen zu können. Und wenn Paulo Coelho über Gott spricht und du dich nicht mit diesem Wort identifizieren kannst, dann kannst du es auch höhere Macht oder Natur nennen. Wichtig ist nur zu wissen, dass es eine höhere Macht, eine Natur, Energie oder Macht gibt, an die wir denken sollten. Wie können wir zeigen, dass wir an sie denken? Dankbarkeit ist die schönste Geste, die wir der Natur schenken können. Dankbar für all das, was funktioniert und auch für all das, was nicht funktionierte. Mit dem Wissen, dass etwas besseres auf uns wartet. 

 

Über die zweite Eigenschaft
Ja, Schmerzen gehören dazu. Entweder sind es Schmerzen die durch Neid, das Versagen, Fehler oder Beziehungen geschehen. Wieso auch immer wir leiden, es gehört dazu. Nur mit einem spitzen Stift, nur als eine Person die Fehler macht, an Schmerzen erleidet und weitermacht, können wir als Mensch weitermachen. Es lohnt sich demnach nicht sich um den stumpfen Stift zu ärgern. Ein stumpfer Stift bedeutet, dass die Zeit gekommen ist, erneut zu wachsen. 


Über die dritte Eigenschaft

Oft bedauern wir unsere Fehler. "Wieso habe ich das gesagt?", "Wieso habe ich das getan?" - doch diese Fragen geben uns nicht die Möglichkeit weiterzumachen. Damit es weitergeht müssen wir unsere Fehler akzeptieren, überlegen, was wir hätten anders machen können und nach vorne schauen. Die Korrektur macht sich in den nächsten Situationen kenntlich, in denen wir dem selben Geschehen begegnen.

Die vierte Eigenschaft
Worauf es beim Bleistift ankommt, ist nicht das Holz oder seine äußere Form, sondern die Grafitmine, die in ihm steckt. Also achte immer auf das, was in dir vorgeht.
Wir können tragen was wir wollen. Und das mag auch gut aussehen. Doch die Hauptsache ist, was in unserem Herzen passiert. So kann die äußerliche Erscheinung deines Gegenübers sehr schön sein, doch in ihm könnte Neid, Eifersucht oder sogar Hass stecken. So kann aber auch die äußerliche Erscheinung deines Gegenübers nicht so schön sein. 

 

Schließlich die fünfte Eigenschaft des Bleistifts:
Er hinterlässt immer eine Spur. Auch du musst wissen, das alles, was du im Leben tust, Spuren hinterlässt, und daher solltest du versuchen, das, was du gerade tust, ganz bewusst zu machen."

Die Geschichte des Elefanten

Frédéric Lenoir – Die Seele der Welt 

„Kennt ihr denn die Geschichte vom Elefanten?“, fragte Scheich Jussuf seine Mitschmausenden.
 Ma Ananda und Lama Dorje nickten lächelnd.
 „Ich leider nicht!“, rief Meister Kong.

 „Diese Geschichte geht so: eines Tages lässt ein König alle Blindgeborenen seines Reiches zusammenkommen und fragte sie: ‚Wisst ihr was ein Elefant ist?‘ Die Männer antworten: ‚O erhabener König, wir wissen es nicht. Wir kennen keinen Elefanten.‘ Und so fragt der König weiter: ‚Möchtet ihr denn wissen, welche Gestalt ein Elefant hat?‘ Und die blinden Menschen antworten: ‘Ja, wir möchten gerne wissen, wie ein Elefant beschaffen ist.‘ Also gibt der König seinen Dienern Befehl, einen Elefanten herbeizubringen. Dann sagt er den Blinden, sie sollen den Elefanten mit ihren Händen befühlen und ihm die Gestalt des Tiers beschreiben.
Einige der Blinden bekommen den Rüssel des Elefanten zu fassen, andere eines der Ohren wieder andere die Stoßzähne, den Kopf, die Flanken, die stämmigen Beine oder den Schwanz. Dann fragt der König die Blinden: ‚Nun sagt mir, wie sieht der Elefant denn aus?‘ Diejenigen, die den Rüssel zu fassen bekommen, meinen: ‚Wie eine dicke Liane.‘ Wer das Ohr betastet hat, sagt unweigerlich: ‚Er sieht aus wie ein Bananenblatt.‘ Wer den Stoßzahn berührt hat, meint: ‚Der Elefant sieht aus wie der Stößel eines Mörsers.‘ Wer aber den Kopf zu fassen bekommen hat, sagt: ‚Der Elefant hat die Form eines Kessels.‘ Wer die Flanken erspürt hat, findet, er ähnle einer Mauer. Wer über ein Bein gestrichen hat, hält ihn für eine Art Baum. Derjenige aber, der den Schwanz eines Elefanten gespürt hat, behauptet: ‚Der Elefant sieht aus wie ein Seil.‘

Darüber geraten die Blinde in Streit. Sie beschuldigen sich gegenseitig, Unsinn zu reden. Der König spricht in Gelächter aus. Dann aber meint er: ‚Der Körper des Elefanten ist, wer er ist. Dass ihr jetzt über seine Gestalt streitet, liegt einzig daran, dass jeder nur einen bestimmten Teil des Tieres zu fassen bekommen hat. Der scheinbare Unterschied liegt nur in eurer begrenzten Wahrnehmung begründet.‘ […]“ meinte der Sufimeister.

Was könnte uns diese Geschichte lehren?

Es ist ein großer Schritt zu akzeptieren an zu erkennen, dass jeder Mensch eine individuelle Wahrnehmung über bestimmte Geschehnisse hat. Dies kommt daher, dass jeder in einer anderen familiären Kultur aufgewachsen ist, unterschiedliche Normen und Werte gelernt hat, das Leben aus einer anderen Brille heraus betrachtet als wir selbst. 

Wer hat nun Recht? Wer hat Unrecht? Oft kann nicht konkret gesagt werden, wer nun Recht hatte und wer im Unrecht war. Es war die Wahrnehmung der einzelnen Akteure eines Geschehnisses. Wir können versuchen ins Gespräch zu kommen, unseren Standpunkt zu erklären und zu erhoffen, dass unser Gegenüber auch versteht, aus welcher Intention bzw. Wahrnehmung heraus wir wie gehandelt haben. Wir müssen jedoch akzeptieren, dass unsere Meinung, unsere Sichtweise oder Wahrnehmung nicht akzeptiert, respektiert oder angenommen wird. Das Ziel sollte es sein selbst die Wahrnehmung der anderen zu akzeptieren und im nächsten Schritt zu analysieren, ob Ihre Wahrnehmung von Ihrem Gegenüber akzeptiert und respektiert wird. Denn dadurch unterscheiden sich letztendlich die Menschen... Diejenigen, die Sie akzeptieren und respektieren und diejenigen, die es nicht tun und auf Ihre persönliche Wahrnehmung, Sichtweise und Meinung beharren. 

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